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Endgegner Computerspiel

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Dreißig Minuten am Tag müssen reichen
Computerspiele und Elternängste
Pixabay @StockSnap

„Wenn wir mal richtig großzügig sind, dann darf er 30 Minuten spielen. Meistens aber eher 20 Minuten am Tag.“

Es liegen rund 70 Minuten Vortrag über Computerspiele und mindestens acht Beiträge aus dem Publikum hinter mir, die v.a. eines zeigen: Ein Großteil der Eltern hat Angst vor Computerspielen.

Sie fühlen sich unwohl wenn ihre Kinder Interesse oder gar Spaß an Computerspielen haben. Am Besten man verbietet das ganz oder aber, man reglementiert so stark wie es geht.

Ich halte es nicht mehr aus. Ich bin jetzt alles andere als eine exzessive Computerspielerin – aber 20 Minuten? Ich glaube, Computerspiele ganz zu verbieten ist unterm Strich weniger frustrierend als sie täglich 20 Minuten zu erlauben.

In welchem Spiel kann man denn in dieser Zeitspanne irgendwas erreichen? Ein Level vollenden? Ein Rätsel lösen? Einem Handlungsstrang folgen? Seine Mitspieler zusammentrommeln? (Ausser in Idle Clickern, aber wollen die Eltern, dass die Kinder Idle Clicker spielen? Ok, Super Hexagon ginge auch – da sind 20 Minuten quasi unendlich lang…)

Ich drehe mich um und frage die Person, die sich eben gemeldet hat, um zu verkünden, dass ihr Kind 20 bis 30 Minuten am Tag spielen darf: „Ich verstehe wirklich ganz schlecht, wieso man Computerspiele so stark reglementiert. Würden sie auch sagen: 30 Minuten Lego spielen und dann ist aber Schluß? 30 Minuten lesen und dann Buch weg!

Das ist doch frustrierend fürs Kind. Das kennt man doch selbst. Da hat man vielleicht gerade angefangen zu lesen, steckt mitten im Kapitel, die Handlung wird gerade spannend und dann weg mit dem Buch.

So stelle ich mir das auch beim Computerspielen vor. Woher kommt denn ihre Angst? Was genau befürchten sie?“

„Lesen und Computerspiele kann man nicht vergleichen.“

„Warum nicht?“

„Das ist was ganz anderes. Lego auch!“

„Warum? Ich verstehe es wirklich nicht.“ In der Zwischenzeit bin ich rot angelaufen. Ich will nicht rumstänkern. Ich möchte das wirklich verstehen. Wir reden hier nicht von Kleinkindern, die die Welt vielleicht erstmal haptisch erfahren (be-greifen) sollen. Die Kinder, um die es hier geht, sind zehn Jahre und älter.

Die besorgte Person schaut mich mit einer Mischung aus Verduztheit und Überheblichkeit an. Wie kann es sein, dass ich mir diese Frage nicht selbst beantworten kann?

„Glauben sie, es werden verschiedene Fähigkeiten angesprochen, beim Lesen die Fantasie und beim Computerspielen… ?“

„Ja.“

Jetzt bin ich sprachlos. Die Diskussion geht mit anderen weiter. Ich merke, bis auf einen einzigen Vater, denken alle anderen Anwesenden, ich hab sie nicht mehr alle. Ich halte also meinen Mund.

Teufel Computerspiel

Der Vortrag hieß eigentlich „Phänomen Computerspiele: Fluch oder Segen?“. Wir sind mit dem Thema Sucht eingestiegen und da irgendwie hängen geblieben. Es geht v.a. um World of Warcraft.

Später versuche ich rauszubekommen, von wie viel Prozent Süchtiger wir überhaupt sprechen. Ich finde Zahlen zwischen 3 und 10% aller Jugendlichen in Deutschland. Meistens geht es in den Studien aber nicht nur um Computerspiele sondern auch um Onlinesucht.

Immer wieder begegnet mir die Studie, die sagt, das angeblich 560.000 Menschen in Deutschland internetsüchtig sind. Vor einigen Jahren hatte ich mir die Studie genauer angeschaut und festgestellt, dass es hier Kriterien gibt wie „beschäftigt sich x Stunden am Tag damit“ und auf der anderen Seite auch Internetradio oder Streaming mit erfasst wurde.

Interessehalber habe ich mich auch mit den Thesen von Manfred Spitzer befasst. Er geht so weit und verteufelt z.B. das Lesen von Büchern in eReadern.

In den Zahlen und Studien konnte ich unterm Strich nichts finden, das mich wirklich überzeugt hat, dass man Kinder von Computerspielen fern halten sollte oder dass es schlimmer ist, wenn sie Computer spielen als wenn sie lesen oder einfach nur chillen.

Ich glaube auch, dass die Zeit der Pubertät, die Zeit ist, in der generell exzessiv Hobbys betrieben werden. Von morgens bis abends lesen, Computer spielen, beim Pferd abhängen, Karate machen, Brettspiele spielen.

Früher war alles anders – oder?

Bei mir fing das so mit acht Jahren an. Ich hatte am Anfang selbst keinen Computer und verbrachte deswegen viel Zeit bei einem Schulfreund, der einen sehr großen Computer hatte (ich könnte schwören, es war ein Apple Lisa, was ich aber aufgrund des irrsinnigen Anschaffungspreises nicht glauben kann). Ich durfte den Computer nie selbst anfassen, ich durfte lediglich die 5¼-Zoll-Disketten anreichen und dann zuschauen, wie er spielte.

Die nächsten Jahre sah mein Alltag so aus: Schule bis Mittag, nach Hause gehen, mir Essen warm machen, Hausaufgaben machen, zum Schulfreund gehen und beim Computer spielen zuschauen.

Dann bekam ich selbst einen C16 mit Datasette und dazu eine BASIC-Kurs-Software inklusive BASIC-Buch (wenn ich mich richtig erinnere) und spielte alleine Zuhause. Mir wurde das Spielen irgendwann langweilig und ich fing an mir sehr einfache Spiele selbst zu programmieren.

(Nebenbei las ich genauso exzessiv Bücher von Wolfgang und Heike Hohlbein: Elfentanz, Heldenmutter, Drachenfeuer etc.)

Ich kann mich nicht erinnern, ob sich meine Eltern Sorgen gemacht haben. Tatsächlich kann ich mich nicht mal erinnern, dass sie gesagt haben: So. Heute aber nur eine Stunde Computer und dann aber Schluß.

Wahrscheinlich kann man das ohnehin nicht mit heute vergleichen. Ich durfte auch ohne Limit fernsehen, v.a. in den Schulferien.

Aber egal. Ich frage mich wirklich, warum Eltern so große Angst vor Computerspielen (und der Online-Welt) haben.

Wo liegt eigentlich der Angst-Hund begraben?

Zurück zum Computer-Spiele-Vortrag: Ein bisschen später meldet sich eine weitere Person und bittet den Referenten: „Halten Sie auch in Schulen Vorträge über die Gefahren? Es wäre doch gut, wenn nicht immer nur die Eltern warnen, sondern die Kinder auch mal von anderen Menschen hören, wie gefährlich das ist!“.

Ich atme.

Es bleibt mir ein Rätsel. Warum sind einige Eltern nicht bereit sich die Frage zu stellen warum sie Computerspiele so schlimm finden. Was genau sie für die Entwicklung ihrer Kinder befürchten. Warum sie das Digitale im weiteren Sinne so verteufeln. Warum sie glauben, dass exzessives Lesen gut, exzessives Computerspielen schlecht ist. Und v.a. „Computerspiele“ – ich möchte mal wissen, wie viele Eltern überhaupt wissen WAS ihre Kinder spielen (wollen) und was das für Spiele sind, um was es da geht oder was ihnen dabei Spaß macht. Wie viele ängstliche Eltern haben sich zum Beispiel schon mal auf YouTube ein Let’s play angesehen?

Ich glaube (so wie ich das bei dem Onlinethema auch glaube), die meisten Ängste kommen von Unwissenheit.

Gerade im Thema Computerspiele gibt es dann noch starke Vorurteile in der Gesellschaft, die unreflektiert von vielen Medien verbreitet werden. So glauben bestimmt eine nicht unwesentliche Anzahl an Eltern, dass Ego-Shooter Gewaltbereitschaft fördern und quasi der direkte Weg zum Amoklauf sind. Kein Wunder, wenn man sich dann große Sorgen macht…

Wenn man von Computerspielen in der Medienwelt lesen kann, dann v.a. selektiv. World of Warcraft ist wahrscheinlich genau wegen der Suchtthematik eines der wenigen Spiele, das vielen namentlich bekannt ist.

Was dringt sonst noch in den Mainstream? Bestenfalls die großen Blockbuster.

Interessant ist ja auch, was überhaupt als Computerspiel wahrgenommen wird und was nicht. Ein Großteil der ängstlichen Erwachsenen – eine Nachfrage hatte das zum Start des Vortrags ergeben – spielt selber diverse Handy- oder Facebookspiele (FarmVille, Candy Crush und Co.). Auf die Frage „Wer spielt selbst Computerspiele“ melden sich diese Leute nicht. Erst als der Referent nochmal konkret fragt: „Und auf dem Smartphone?“ gehen die Finger zögerlich nach oben.

Selbst schlau machen

Jedenfalls. Ich würde mir wirklich wünschen, dass Eltern sich mit dem beschäftigen, was Kinder beschäftigt. Sich erzählen lassen, was die Kinder machen, was die Faszination ausübt.

Mein Gefühl ist, dass v.a. die jüngeren Kinder ihre Eltern sogar gerne beim Spielen dabei hätten. Wenn ich Kind 3.0 zu Minecraft befrage, erzählt es so lange bis mir die Ohren bluten.

Bei den Älteren ist das vielleicht nicht mehr so – aber ich glaube, dass sie auch bereitwillig berichten, was die Faszination des Spiels ausmacht.

Würden Eltern sich selbst ein bisschen für die Neuerscheinungen auf dem Spielemarkt interessieren, dann könnte das sogar die Möglichkeit eröffnen  gelegentlich mit den Kindern gemeinsam zu spielen oder Spiele zu empfehlen.

Ich denke, es gibt für Erwachsene super Einsteigerspiele – Spiele, die Brettspielen gar nicht mal so unähnlich sind (Tricky Towers z.B.), für die man in dem Sinne keine besonderen Computerspiele Skills (auch nicht in der Bedienung der Konsole) braucht und die man auch gut und mit viel Spaß gemeinsam spielen kann.

Es ist immer wieder erstaunlich, was Kinder interessant finden. Wir haben z.B. im Urlaub mal The Witness gespielt – ein Spiel bei dem es v.a. um das Lösen von Logikrätseln geht. Als es irgendwann so absurd schwer und kaum mehr nachvollziehbar wurde, dass ich das Interesse verlor, waren die Kinder noch Feuer und Flamme und ehrgeizig bei der Sache. So viel Durchhaltevermögen kann ich wirklich nur bewundern.

Was ich sagen will: Wenn man selber spielt (oder sich mal ein paar Beiträge zu Spielen anhört oder den ein oder anderen Artikel dazu liest), hat man einen ganz anderen Zugang zu dem Thema und findet dann vielleicht auch zu einem anderen Umgang damit.

Am Ende geht es aber ja nicht darum die Spiele selbst zu spielen, sondern einen kompetenten Umgang damit zu vermitteln oder sich einen gemeinsam mit den Kindern zu erarbeiten und die eigenen Unsicherheiten abzubauen.

Der einfachste Weg dorthin ist das Gespräch – der Austausch. Das halte ich alles für zielführender als irgendwelche übertriebenen Reglementierungen oder gar Verbote.

Zum Abschluss noch ein Video, das die Frage beleuchtet, warum der Zugang zum Thema Computer/Videospiele so schwer ist und warum es dennoch wichtig ist, sich um „Basic Game Literacy“ zu bemühen.

Video gefunden bei Marcus Richter

Wo wir schon bei Marcus Richter sind: der kann ja eigentlich ganz gut erklären, was es so gibt und warum Menschen Computerspiele spielen:


Und P.S. Wäre ich meine Eltern gewesen, ich hätte mir nur in meiner frühen Adoleszenz Sorgen um mich machen müssen. Das war die Phase in der ich Sims gespielt habe. Dagegen ist DOOM ein fröhliches Alien-Spiel.

Der Beitrag Endgegner Computerspiel erschien zuerst auf Das Nuf Advanced.

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moschlar
2 days ago
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Mainz, Deutschland
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Nach all dem Arbeitsamt-Bashing in diesem Blog kommt ...

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Nach all dem Arbeitsamt-Bashing in diesem Blog kommt heute endlich mal eine Gegendarstellung:
ich war einmal Hartz4-Empfänger, arbeite seit mehreren Jahren bei der Arbeitsagentur als Vermittler (Habe also die Seite des Schreibtisches gewechselt) und bin treuer Leser ;)

Vor kurzem (17.02.) waren mal wieder die Gängeleien der Agentur ein Thema bei Dir. Bevor ich hier jetzt Seitenweise erkläre warum da passiert was passiert, nur ein paar Kleinigkeiten und wenn Dich (oder Deine Leser) das interessiert bin ich gerne für alle Fragen offen!

  1. Arbeitsamt != Jobcenter: Arbeitsamt ist für die Leute mit Anspruch auf ALGI (diejenigen die eingezahlt haben) und Jobcenter ist für ALGII (Hartz4)
  2. Ja, wir wissen das viele unserer Sanktionen gekippt werden. Das ändert nichts daran das sie in dem Moment richtig/vertretbar waren. Es ist so, dass vor Gericht immer im Zweifel für den Leistungsempfänger entschieden wird und das ist auch gut so. Das bedeutet aber nicht, dass die Sanktion nicht gerechtfertigt wäre. Beispiel: Kunde kommt nicht zum Termin. Per Gesetz gibt das ne Sanktion. Der Kunde geht in den Widerspruch und sagt vor Gericht "die Einladung ist nicht angekommen." - Kann keiner das Gegenteil beweisen und der Kunde bekommt recht. Sanktion aufgehoben. So einfach.
  3. Wir Mitarbieter machen das nicht zum Spaß und auch nicht weil wir es toll finden Leute zu gängeln… Im Gegenteil. Alle die ich kenne legen die Regeln extrem Großzügig und pro-Kunde aus. Das trotzdem soviele Sanktionen verhängt werden MÜSSEN, liegt nicht an den Mitarbeitern sondern am Gesetz. Ich war selber Hartz4-Empfänger und bin meinen Kunden gegenüber sehr empathisch, aber die Regeln sind nicht so streng das man sich nciht dran halten könnte… Klar gibt es Ausnahmen und klar gibt es unmenschliche Mitarbeiter, aber die sind definitiv genau so in der Minderheit wie auf der anderen Seite die Arbeitsfaulen. Die gibt es auch, ist aber auch nur ein minimaler Bruchteil der Kundschaft.
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moschlar
2 days ago
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Ca. 1995–2000 und 2017

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Mich stört eine fiktionale Ohrenentzündung

Ich schaue in der Fernsehzeitschrift nach der nächsten Folge meiner Science-Fiction-Lieblingsserie “Star Trek: Das  nächste Jahrhundert”. Damals, also irgendwann zwischen 1995 und 2000, lag immer mindestens ein aktuelles Exemplar bei uns zu Hause: Der Gong, die Hörzu, die Prisma-Beilage der Lokalzeitung oder, seitdem ich selbst anfing mitzureden, die TV Spielfilm oder TV Movie, von mir wegen den ausführlichen Filmrezensionen präferiert.

Die Zusammenfassung finde ich seltsam. Im Kurztext steht, dass die Schiffsärztin Dr. Beverly Crusher sich wundert, weil sie Ingenieur Geordi LaForge wegen einer Ohrenentzündung untersucht, sie aber dachte, den Androiden Data deswegen schon behandelt zu haben.

Dass diese banale Begegenheit als Highlight der Folge zitiert wird, ist eine Sache (es wird sich herausstellen, dass es um eine Zeitschleife geht). Was mir als Fan der Serie aber aufstößt ist, dass Androiden keine Ohrenentzündung haben können. Wenn Data krank ist, geht er zu Geordi, um sich reparieren zu lassen. Und in der Folge ist es dann auch nicht so, es ist ein Fehler in der Programmbeschreibung. 

Jahre später läuft eine Wiederholung der Folge. Diesmal lese ich nicht in der Fernsehzeitschrift, sondern im Teletext davon. Und finde denselben Fehler wieder. Anscheinend gibt es irgendwo eine Datenbank von Fernsehserienbeschreibungen, aus der sich Fernsehzeitschriften- und Teletextredakteure bedienen und solange niemand auf den Fehler aufmerksam wird, weil er oder sie die Serie zufällig kennt, bleibt er eben drin.

Heute (Februar 2017) muss ich nicht auf das Fernsehprogramm warten, um Star Trek zu sehen, da Netflix seit dem 31. 12. 2016 die gesamte Serie auch in Deutschland im Programm hat. Netflix hat seine eigenen Zusammenfassungen und keine der mir auffindbaren Beschreibungen im Netz weist den Fehler noch auf. Um festzustellen, ob der Fehler noch im System sitzt, müsste ich jetzt einerseits warten, bis die Folge wieder im Fernsehen läuft (derzeit wird sie ab und zu auf Tele5 und Syfy ausgestrahlt) und mir dann die erste Fernsehzeitschrift seit sicherlich 17 Jahren kaufen. So viel Forscherwillen kann ich dann doch nicht aufbringen.

(Angela Heider-Willms)

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moschlar
4 days ago
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Ich bin jetzt auch Experte!

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flattr this!

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moschlar
13 days ago
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Mainzelbahn: Trotz Problemen mehr Fahrgäste als erwartet

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Die ersten Fahrgastzählungen auf der Mainzelbahnstrecke liegen vor und zeigen aus Sicht der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) ein  gutes Ergebnis: An einem durchschnittlichen Werktag benutzten im Januar mehr als 17.000 Fahrgäste eine der Straßenbahnen auf dem Weg vom Lerchenberg zum Hauptbahnhof-West oder zurück. Damit übertrifft die Strecke im zweiten Monat ihres Betriebs die eigentlich erst für Ende 2018 erwarteten Fahrgastzahlen. MVG-Geschäftsführer Jochen Erlhof: „Wir sind sicher, dass die Mainzelbahn ihr volles Potenzial und ihre Attraktivität für die Fahrgäste in den nächsten Monaten weiter steigern wird, wenn die Anfangsschwierigkeiten im Fahrablauf und bei der Pünktlichkeit komplett beseitigt sind.“

Die Fahrgastdaten basieren auf den Auswertungen der in mehreren Straßenbahnen eingebauten automatischen Zähleinrichtungen, die im Januar über mehrere Wochen liefen. Rund 2.600 Ein- und Aussteiger gibt es auf dem Lerchenberg, 1.700 in Marienborn und etwa 4.800 an den Bretzenheimer Haltestellen. Es ist also nicht nur eine Verbindung von der Innenstadt zur Uni und zurück sondern die Linien 51 und 53 verbinden auch die drei anderen Stadtteile mit der City.
MVG-Geschäftsführerin Eva Kreienkamp wähnt sich insgesamt gesehen auf dem richtigen Weg: Trotz der vielen Beeinträchtigungen durch Baustellen und Umleitungen fuhren 2016 um die 53 Mio. Fahrgäste im Liniennetz der MVG. 2015 waren es noch 1 Mio. weniger. Durch den Ausbau der neuen Strecke rechnet die MVG mit einem Zuwachs von einer weiteren Mio. Fahrgäste, der regelmäßig 860.000 Euro in die klammen Kassen spülen soll. Ob die Mainzelbahn diesen Erwartungen gerecht werden kann, muss sich noch zeigen.

Der Beitrag Mainzelbahn: Trotz Problemen mehr Fahrgäste als erwartet erschien zuerst auf sensor Magazin - Mainz - Fühle deine Stadt.

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moschlar
15 days ago
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Umbau der Bahnhofstraße ab 1. März – Straßenbahngleise sieben Monate nicht befahrbar

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aus der Allgemeinen Zeitung von Michael Erfurth

Die nächste größere Straßensperrung naht. Am Aschermittwoch sollen die Arbeiten für die Neugestaltung der Bahnhofstraße zwischen Parcusstraße und Münsterplatz beginnen. Die Arbeiten tangieren ab 1. März bis Anfang Oktober vor allem den Bus- und Straßenbahnverkehr – denn mit rund 1300 Fahrzeugen und 50.000 Fahrgästen täglich handelt es sich um eine der wichtigsten ÖPNV-Trassen, so MVG-Geschäftsführer Jochen Erlhof.

„Hier schlägt das Herz des ÖPNV in Mainz“, sagt dazu Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Grüne) im AZ-Gespräch.

Betroffen ist aufgrund der Umleitungen der meisten MVG-Buslinien und des Schienenersatzverkehrs für die aus Hechtsheim kommenden Straßenbahnlinien über die Binger Straße aber auch der Indi­vi­­dualverkehr.

Die Achse Bahnhofstraße, Große Langgasse und Ludwigsstraße ist ein wichtiger Baustein in den Plänen zur Aufwertung der Innenstadt. Das Land hat 16 Millionen Euro an Fördermitteln zugesagt, mit denen die Neugestaltung der Bahnhofstraße und der Großen Langgasse umgesetzt werden kann. Los gehen soll es mit dem Umbau der Bahnhofstraße in einen „Boulevard“, wie Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) das Projekt gerne nennt.

Infopoint am Münsterplatz im ehemaligen Asia-Laden

Da ohnehin die Sanierung der Tramgleise ansteht, nutzen Stadt und MVG die Gelegenheit zur Neuordnung der Bus- und Straßenbahnhaltstelle am Münsterplatz und zur Schaffung eines großzügigen Fußgängerbereichs. Die ÖPNV-Trasse wird nach den Plänen des Landschaftsarchitekturbüros Bierbaum-Aichele um circa 2,5 Meter nach Südwesten in Richtung Sparkasse verschoben. Dadurch kann auf der „Post“-Seite der Straße der „Boulevard“ mit circa acht Metern Breite entstehen. Um die Bürger über den Stand der Arbeiten zu informieren, eröffnen Grosse und Eder am Donnerstagmittag einen Info­point am Münsterplatz im ehemaligen Asia-Laden.

Eder, als Dezernentin zuständig für die Verkehrsführung während der siebenmonatigen Bauzeit, hat mit der Baubetreuung eigens den städtischen Wirtschaftsbetrieb beauftragt. Denn es handele sich um einen besonders sensiblen Bereich. Da die Bahnhofstraße ohnehin aufgerissen werden muss, werden dort auch Versorgungsleitungen erneuert. Bis in eine Tiefe von 4,5 Metern wird gegraben, berichtet Matthias Weitzel, Projektleiter des Wirtschaftsbetriebs.

Einschränkungen für Durchgangsverkehr in der Innenstadt nicht so drastisch

Am 1. März geht es los mit der Baustelleneinrichtung und der Kampfmittelsondierung, am 6. März beginnen die Tiefbauarbeiten. Es wird Einschränkungen für die Anwohner und die Geschäfte im Gebiet der Bahnhofstraße geben. Die privaten Garagen sollen aber fast immer erreichbar bleiben. Der Fußgängerverkehr werde nicht behindert. Nach Aufhebung der Sperrung zum Tag der Deutschen Einheit werden noch einige Restarbeiten anstehen, so Weitzel.

Die Einschränkungen für den Durchgangs-Autoverkehr in der Innenstadt indes seien bei Weitem nicht so drastisch wie die für den ÖPNV, betont Udo Beck, Leiter der Straßenverkehrsbehörde. Sie betreffen die Parcusstraße, deren zwei Fahrspuren an der Ecke zur Bahnhofstraße in Fahrtrichtung Kaiserstraße etwas verengt werden. Die Binger Straße zwischen Alicenplatz und Münsterplatz wird von einer auf zwei Spuren erweitert, um den dort dann fahrenden Busverkehr aufnehmen zu können. Außerdem gilt hier Tempo 30. Stadtauswärts fällt dafür eine Fahrspur weg. Eine Verengung gibt es auch in der Großen Bleiche kurz vorm Münsterplatz. Da für die Nachtbuslinien auf der Alicenbrücke zwei provisorische Haltebuchten eingerichtet werden, wird hier von 23 bis 6 Uhr Tempo 30 ausgeschildert.

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moschlar
15 days ago
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