¯\_(ツ)_/¯
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The Incident

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in_my_case_a_more_appropriate_title_for_this_comic_would_be_The_High_Incidence_of_Incidents
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moschlar
3 hours ago
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Mainz, Deutschland
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4 hours ago
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So rest easy.

GDPR

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By clicking anywhere, scrolling, or closing this notification, you agree to be legally bound by the witch Sycorax within a cloven pine.
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moschlar
30 days ago
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satadru
28 days ago
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Also, for GDPR purposes, I live in France now.
New York, NY
Lythimus
30 days ago
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another God Damn Privacy Report.
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30 days ago
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zippy72
24 days ago
But Sycorax Rock!
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30 days ago
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DSGVO? Da gibt’s doch was von Ra… äh ein WordPress Plugin

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Auf der Blogfamilia hat Maret Buddenbohm gesagt, man soll über das bloggen, was man gerne bei anderen lesen würde. Sie hätte tagelang ein geeignetes Einsteigerhandy für Sohn I gesucht. Hätte man das Ergebnis der Recherche verbloggt, wären hunderte von Eltern glücklich, weil sie sich die Arbeit nicht ein zweites, drittes und hundertes Mal im stillen Kämmerlein machen müssten.

Ich zum Beispiel würde ich gerne was über die Umsetzung der DSGVO lesen, wenn man ein WordPress-Blog hat und zufällig bei all-inkl.com hostet. Leider hat den Artikel noch niemand geschrieben. Dann muss ich das wohl machen. Deswegen hier der Schrillionste Artikel zum Thema DSGVO und Bloggen.

DSGVO macht Gefühle
Das bin ich, wie ich mich mit der DSGVO beschäftige. Abend für Abend – obwohl ich lieber Netflix-Serien schauen möchte.

Ob das, was ich gemacht habe, reicht und ob es gut ist oder gar richtig – keine Ahnung. Könnt ihr nachmachen – für die Folgen müsst ihr aber selbst die Verantwortung übernehmen. Ich bin nur eine Diplom-Psychologin, die ein WordPress-Blog hat.

Es folgt eine Beschreibung für ein einfaches Blog (Privatperson oder Kleinunternehmer) ohne Schnickschnack wie Formulare, Shop oder Newsletter.

1. Schritt: SSL Zertifikat klicken.

Ein SSL Zertifikat habt ihr alle schon. Ich war die letzte. Trotzdem: Wenn man keins kaufen will, kann man sich z.B. über Let’s Encrypt eins klicken. All-inkl.com hat dazu einen FAQ-Eintrag verfasst.

Dazu ins KAS einloggen und dann bei „Domain“ auf die SSL Option klicken. Da gibt es drei Reiter – ihr wählt dann den „Let’s Encrypt“-Reiter und klickt das Häckchen und wie von Zauberhand habt ihr in wenigen Minuten ein https. Hui!

2. Schritt: AV-Vertrag mit dem Hoster abschließen

Bei all-inkl.com auch ziemlich einfach. In den Kundenbereich einloggen – da unter „Stammdaten“ den Punkt „Auftragsverarbeitung“ anwählen, alles gut durchlesen, Häkchen setzen. Fertig.

2b) Wenn ihr Google Analytics benutzt: AV-Vertrag mit Google abschließen

Das selbe mit Google machen, wenn man Google Analytics verwendet. Dafür muss man wirklich einen Vertrag ausdrucken, unterschreiben und nach Dublin schicken. Irre. Eigentlich mit frankiertem Rückumschlag. Größtes Problem an der Umsetzung der Anforderungen der DSGVO bislang – denn ich habe keinen blassen Schimmer, wie ich an irische Briefmarken komme. Ich hab den Vertrag also mit einer Brieftaube geschickt. Sie bringt den Durchschlag zurück.

3) Askimet rausschmeißen und anstattdessen Antispam Bee nehmen

In WordPress zu Plugins navigieren.

Dort den Eintrag zu Askimet suchen – löschen. Danach oben links auf Plugins – Installieren und in der Suche „Antispam Bee“ suchen.

Das entsprechende Plugin auswählen und dann „Jetzt installieren“.

Als nächstes in den Einstellungen sicherstellen: Keine Häkchen an den folgenden Aussagen, da sonst die IP-Adressen an den „Stop Forum Spam“-Dienst weitergeleitet werden bzw. der Kommentartext zwecks Spracherkennung zu Google Translate weitergeschickt wird .

Fertig. Irre! Total einfach.

4) Plugin-Liste bereinigen

Schaut euch eure Plugin-Liste an und schmeißt alles raus, was ihr eigentlich ohnehin nicht benutzt. Ich hab so viel Krempel in meiner Liste gehabt – unglaublich. Wenn ihr unsicher seid – einfach erst mal deaktivieren und schauen, was mit dem Blog passiert. Am besten ein paar Tage. Alles funktioniert, wie gehabt? Deaktiviertes Plugin löschen.

Achso – vorher immer schön Backups machen. Ist klar. Macht man ja immer. Hat jetzt nichts mit den Plugins zu tun, aber Backups sind immer gut.

Macht einen Screenshot von den Plugins, wenn euer Blog perfekt funktioniert. Wenn ihr nämlich aus Versehen etwas löscht, dann könnt ihr es so wie oben bei Antispam Bee beschrieben, einfach wieder installieren. Manche Plugins haben eigene Einstellungen, die einfach auch sichern, dann kann eigentlich nichts passieren.

Mit etwas Glück findet ihr eure verwendeten Plugins auf der Seite „120 WordPress-Plugin im DSGVO-Check (mit Lösungen, Alternativen und Plugin-Tipps!)„, die euch dann sagt, ob ihr sie weiterverwenden könnt oder nicht. Eine zweite, hilfreiche Liste, gibt es bei den WordPress Ninjas.

5) Wenn ihr Google Analytics benutzt – IP kürzen

Ich habe dafür ein Plugin benutzt (Google Analyticator). Da kann man in den Einstellungen einfach „Anonymize IP Adresses“ auf „Yes“ stellen.

6) Datenschutzerklärung updaten

Dafür den Datenschutz-Generator von Thomas Schwenke nehmen. Dass der Datenschutzhinweis deutlich zu sehen sein sollte, ist irgendwie selbsterklärend.

Sofern es automatisierte Dienste gibt oder geben wird, die nach Fehlern in der Datenschutzerklärung suchen, um dann abzumahnen, kann man das vielleicht ein bisschen erschweren, indem man die Seite mit der Datenschutzerklärung auf „noindex“ setzt. Das geht per Plugin – z.B. „Noindex Pages„. Das ergänzt eine kleine Checkbox rechts oben bei „Veröffentlichen“.

7) Kommentiermöglichkeiten anpassen.

Dazu einen Datenschutzhinweis direkt über das Kommentarfeld einbauen. Schön zu sehen auf der Seite Rechtsbelehrung:

Geht – wer hätte das gedacht – per Plugin. Zum Beispiel: „WP GDPR Compliance“.

7a) Verwendung von Gravatar

Auf diversen Seiten habe ich gelesen, dass man Gravatar nicht benutzen soll. Andere vertreten den Standpunkt (siehe oben), dass man einfach direkt bei der Kommentierungsmöglichkeit auf den Einsatz von Gravatar verweist.

8) Cookie-Hinweis einbauen

Hätte man schon lange machen müssen. Gibt etliche, sehr einfach zu bedienende, Plugins. Ich verwende „Cookie Consent„. Nicht vergessen die URL zu eurem Datenschutzhinweis im Plugin zu hinterlegen und den Text anzupassen.

 

So ihr Hasen. Das ist was ich bislang gemacht habe. Ich lasse mir gerne mansplainen erklären, was ich falsch gemacht habe und was fehlt. Go for it! Wirklich. Ich bin über weitere Hinweise dankbar. Jedenfalls mindestens solange bis sie mich verunsichern.

Gegen Panik und blinden Aktionismus (schlimmstenfalls in Form von Bloglöschung) empfehle ich Folge 54 ( DSGVO: Alles zur EU-Datenschutzgrundverordnung – Rechtsbelehrung) und Folge 55 (DSGVO: Datenschutzerklärung FAQder Rechtsbelehrung.

Neu: Micropaying-Dienste sind tot. Aber Du kannst mir einen Kaffee ausgeben, wenn Du auch so deprimiert über die DSGVO bist.

Der Beitrag DSGVO? Da gibt’s doch was von Ra… äh ein WordPress Plugin erschien zuerst auf Das Nuf Advanced.

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moschlar
46 days ago
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Driving Cars

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It's probably just me. If driving were as dangerous as it seems, hundreds of people would be dying every day!
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moschlar
48 days ago
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rraszews
48 days ago
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If cars didn't exist and someone said, "Hey, I invented a two ton block of metal that can travel at 80mph and which is controlled manually by human beings with no automatic overrides to stop it ramming things. Let's make 90% of the adult population pilot one every morning when they're half asleep," it would be considered too ridiculous for fiction.
emdeesee
48 days ago
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"flying in formation with people you've never met"
📌 Lincoln, NE ❤️️ Sherman, TX
tedder
48 days ago
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yep. People don't understand how dangerous a 3000lb missile is.
Uranus
Covarr
48 days ago
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As high-profile as accidents involving self-driving vehicles have been, they are still far safer than human drivers. And they don't have to take a test in high school.
Moses Lake, WA
artmoney
48 days ago
what's the source for this? i haven't seen anything definitive on this.
Covarr
48 days ago
There is not enough available data to be absolutely certain beyond any margin of error, but: https://www.vtti.vt.edu/featured/?p=422
Covarr
48 days ago
https://www.axios.com/humans-cause-most-self-driving-car-accidents-1513304490-02cdaf3d-551f-46e6-ad98-637e6ef2c0b9.html
Covarr
48 days ago
Additionally, self-driving cars only get better with each passing year as their technology gets better. Humans aren't evolving nearly as quickly. (sorry for repeat replies; Newsblur doesn't allow me to put paragraphs in my comments with, say, Shift+Enter)
artmoney
48 days ago
of course there's no guarantee that that their safety will increase to the point that they're better enough
benzado
48 days ago
100% of the interest and investment in self-driving cars is for the cost savings. Period. Safety is a sideshow. Once they are "safe enough", we'll adapt our environments to accommodate the self-driving cars. It will be too lucrative not to.
matthiasgoergens
48 days ago
Liability and insurance (and reputation) turn extra safety into cost savings. Human driven cars have also become safer. Think eg of ABS.
benzado
47 days ago
Yes, replacing a human driver with a robot that can't ever sue you is a HUGE cost savings. I'm not saying self-driving cars won't be safer. I'm saying it is at best a minor concern for anyone who is paying to develop them.
llamapixel
46 days ago
Robots will always make mistakes. Entropy is a thing ;) http://moralmachine.mit.edu/
lamontcg
45 days ago
robots don't drive drunk, don't get tired, don't "race" because they think its "cool", don't have road rage and don't try to commit suicide by vehicle. pretty certain before too long that they'll be 100x better than we are at driving.
Covarr
44 days ago
artmoney, llamapixel: It doesn't need to be perfect to be worth it. It just needs to make fewer mistakes than human drivers. Reducing accidents is always better than not reducing them, even if it's not enough to eliminate them completely.
artmoney
41 days ago
the assertion that they are already safer is false. i'm not commenting on the future.
llamapixel
41 days ago
Covarr how does a lawyer fight for a closed source neural net suggesting it is not at fault, when might actually have avoidance systems to reduce crash costs. ?
rraszews
24 days ago
Also, every possible type of self-driving car crash will probably happen no more than ONCE; once it happens, they push out a patch and no self-driving car will ever get into that kind of accident again.
benzado
24 days ago
I love that this thread is still going. So many of you are forgetting that self-driving cars do not exist in a fantasy world. As soon as they are mostly as safe as a human driver, the human drivers will be phased out. Patches will be put out to correct for errors when it can be shown that the cost of developing the patch will be lower than insurance and legal settlement costs. After lots and lots and lots of people die, we might get some government regulations. Also, the "comfortable living room on wheels" will be the expensive first class ticket version. If you don't own your own (and that was the point, fewer cars needed, right?), you'll be commuting with the same level of comfort afforded to bus and airplane passengers today.
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48 days ago
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It's probably just me. If driving were as dangerous as it seems, hundreds of people would be dying every day!
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48 days ago
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It's probably just me. If driving were as dangerous as it seems, hundreds of people would be dying every day!

„Ich interessiere mich nicht für Politik“

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Du sagst, Du interessierst dich gar nicht für Politik und nimmst noch einen Schluck von deinem Bier. Ich glaube es soll cool rüberkommen, tatsächlich hat es in dem Moment eine ganz andere Wirkung auf mich. Ich bin fassungslos. Nicht, weil ich solche Sätze nicht schon einmal gehört hätte. Das ist leider nicht der Fall. Tatsächlich „Ich interessiere mich nicht für Politik“ weiterlesen

Der Beitrag „Ich interessiere mich nicht für Politik“ erschien zuerst auf kattascha / K. Nocun.

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moschlar
61 days ago
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Mainz, Deutschland
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Immerhin kenne ich jetzt seinen Vornamen

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[Triggerwarnung: Tod, Einsamkeit]

Es könnte ja sein, dass er im Urlaub sei, meint die Polizistin am Telefon. Das sei mir schon bewusst, antworte ich. Aber wir wüssten nicht, was wir jetzt machen sollten. Unser Nachbar wurde seit längerem nicht mehr gesehen, wiederhole ich. Sein Briefkasten quelle über. Sein Auto steht seit Wochen falsch geparkt vor der Tür im und sammle Knöllchen. Das sei alles unüblich. Man lese ja manchmal von Menschen, bei denen niemand mitbekommen hat, dass etwas passiert sei. Ich kann ihr jetzt nur sagen, dass wir uns als Mitmieter wundern und es wirkt, als würde etwas nicht stimmen. Sie müsse jetzt entscheiden, wie sie damit umgehe.

Kurz ist Pause. Mir ist das Telefonat unangenehm. Ich komme mir wie ein Bittsteller vor. Es ging heute plötzlich alles so schnell. Morgens noch chatteten wir mit den NachbarInnen und stellten gemeinsam fest, dass wir den Nachbarn schon länger nicht mehr gesehen haben und dies und das merkwürdig sei. Etwas überfordert haben wir sogar den Vermieter per E-Mail angeschrieben, der uns darin bekräftigte, die Polizei einzuschalten. Da Polizeikontakt immer zeitraubend ist, biete ich an, abends, nachdem die Kinder im Bett sind, 110 anzurufen. Nun sitze ich also Freitag Abend gegen 21 Uhr da und versuche, den richtigen Ton anzuschlagen. Man will ja nicht wie ein übereifriger Nachbar wirken. Und vielleicht ist ja auch nichts passiert. Wer weiß das schon.

Die Pause hat gewirkt. Die Polizistin hat sich offenbar einen Ruck gegeben. Ok, sie werde eine Streife vorbeischicken. Als würde sie mir damit einen persönlichen Gefallen tun. Es könne eine Weile dauern. Ich solle bitte erreichbar bleiben. Ich gebe noch einmal die genaue Adresse durch und buchstabiere den Nachnamen des Nachbarn. Nein, den Vornamen kann ich ihr leider nicht geben, denn den weiß ich nicht. Krass. Wir wohnen zehn Jahre hier und ich weiß seinen Vornamen nicht. Ich schüttle über mich selbst den Kopf. Wie oft habe ich ihn im Hausflur gesehen in den zehn Jahren? Hundert Mal? Zweihundert? Immer ging er still, kurz freundlich grüßend mit seinen um die vierzig Jahren die Treppen hoch. Nie beschwerte er sich über etwas. Nie sagte er was. Er war einfach immer da.

Ich bin ein wenig erleichtert, dass das Telefonat geschafft ist. Ich rechne damit, dass zwei, drei Stunden später eine Streife vorbeikommt, zwei mäßig interessierte PolizistInnen mal nach dem Rechten sehen und später versuchen, telefonisch Verwandte zu kontaktieren. Während ich auf die Streife warte, gehe ich nochmal die Fakten durch. Mehreren NachbarInnen ist aufgefallen, dass er seit Wochen nicht mehr zu sehen war. Die letzten Male, die man ihn auf der Straße sah, wirkte er kränklich. Der Briefkasten quillt über. Das Auto steht falsch geparkt vor der Tür. Im Regen konnte ich die Zettel unter dem Scheibenwischer schlecht lesen. Ein Knöllchen und ein scheinbar älterer handschriftlicher Zettel, ob er das Auto vielleicht verkaufen wolle. Bis heute wusste ich gar nicht, dass es sein Auto ist. Ein sportlicher Ford-Coupet mit weißen Ledersitzen. Hätte nie gedacht, dass das sein Auto ist. Aber heute fällt mir überhaupt das erste Mal das leicht extravagante Auto auf, das offenbar seit Wochen direkt vor unserer Tür geparkt ist.

Die Milch der Nachtwache.

Seit dem Anruf ist keine Viertelstunde vergangen. Ich sehe aus dem Fenster und überlege, ob es wirklich richtig war, den Notruf zu verständigen. Plötzlich halten ein großer Feuerwehrwagen, ein Rettungswagen und ein Polizeiauto vor unserem Haus. Eilig steigen viele Einsatzkräfte aus. Die Feuerwehrmänner tragen schweres Gerät. Kurz denke ich noch, was da jetzt wohl los sei, weil es nicht zum ablehnenden Ton der Polizistin am Telefon passte. Aber sie hatte es sich wohl anders überlegt. Im Hausflur ist es laut und fast ein Dutzend Männer eilt in die obere Etage. Ich öffne die Wohnungstür und spreche einen Feuerwehrmann an. Ja, ich hätte angerufen. Es sei die Wohnung rechts, nicht die daneben, wo der Name etwas ähnlich klingt. Noch einmal soll ich kurz alles zusammenfassen. Währenddessen wird heftig an die Tür des Nachbarn geklopft und gerufen. Ob es einen Balkon oder anderen Zugang gäbe, werde ich gefragt. Ob ich einen Schlüssel hätte. Während die vielen Menschen da vor der Tür stehen, will ich „Halt“ sagen, denn gleich werden sie wohl die Tür aufbrechen und dann ist es meine Schuld.

Ein Polizist kommt und nimmt meine Personalien auf. Wie alt der Nachbar denn sei? So um die vierzig schätze ich. Jedenfalls nicht sehr alt. Ob er gesundheitliche Probleme hätte? Das wisse ich nicht. Aber er habe schon oft mal eine Kiste Bier mit nach oben getragen. Ich komme mir wie eine Petze vor. Die Feuerwehrmänner nicken wissend. Welches genau sein Auto sei? Ich wundere mich, wie wenig Polizisten eigentlich wissen, während er auf einem Block kariertem Papier, für den er unbequem seinen Schenkel als Unterlage benutzt, Notizen macht. Er werde jetzt andere NachbarInnen befragen sagt er und geht. Die Rettungssanitäter setzen sich auf ihre Taschen und warten. Ich stehe noch immer eine halbe Treppe tiefer. Ich will gar nicht dabei sein. Man beratschlagt, wie man die Altbau-Dppelflügeltür aufbekommt. „Probier es mit der Karte“, höre ich. Und „Ok, hast Du gut gemacht. Du hast es versucht. Jetzt müssen wir sie aufbrechen“. Ich gehe zurück in unsere Wohnung. Die Situation überfordert mich.

Es rummst im Hausflur. Ich rechne damit, dass gleich nochmal ein Polizist vor der Tür steht, mir erklärt, dass niemand da sei, ein Urlaubsprospekt auf dem Tisch läge und man jetzt alles umsonst gemacht hätte. Doch es bleibt geschäftig im Hausflur. Aus dem Fenster sehe ich, wie die Rettungssanitäter das Haus wieder verlassen. Einer zieht sich die Handschuhe aus, desinfiziert sich die Hände und scheint kurz durchzuatmen, bevor er ins Auto steigt. Durch den Hausflur schwirren weitere Wortfetzen. Ob er mal riechen kommen wolle, fragt jemand seinen Kollegen. Ich ahne, dass der Anruf nicht umsonst war. Die Haut sei schon ledrig, heißt es Minuten später. Mir wird übel.

Es geht weiter auf und ab. Ein Polizist fragt mehrfach seine Kollegen, ob er jetzt wirklich dableiben müsse, um aufzupassen. Man könne die Tür doch schließen. Der Notarzt brauche noch Stunden, weil er in Brandenburg unterwegs sei. Doch man stellt offenbar den jüngsten Kollegen gegen seinen Willen ab. Man könne die Wohnung nicht unbeaufsichtigt lassen. Zwischendurch klingelt es bei uns und man stellt mir nochmal einige Fragen. Es ist jetzt klar: Der Nachbar ist tot. Seine älteste Post ist drei Monate alt. Seit wahrscheinlich drei Monaten liegt er da. Mumifiziert. Neben seinem Staubsauger. Um die vierzig. Niemandem ist es aufgefallen.

Die Wohnung neben ihm wird seit letztem Jahr über AirBnB vermietet. Nachts klingelt es oft, wenn irgendwelche verplanten Menschen nicht wissen, wie sie ins Haus kommen, um die Wohnung zu erreichen. Wenn sie wüssten, dass sie neben einer Leiche geschlafen haben. Kurz denke ich, dass einem richtigen Neben-Mieter vielleicht viel früher aufgefallen wäre, dass etwas nicht stimmt. Doch das ist vielleicht nur eine Ausrede, dass es mir nicht schon früher aufgefallen ist.

Das Polizeisiegel

Am nächsten Tag steht im Hausflur eine leere Packung Kakaomilch. Offenbar Nervennahrung des Polizisten. Ich kann ihm nicht verübeln, dass er seinen Müll nicht mitgenommen hat, nachdem er stundenlang Wache halten musste. An der Wohnungstür klebt jetzt ein Polizeisiegel. Ob sie ein neues Schloss eingesetzt haben? Vorm Haus steht immer noch das Auto. Was damit wohl geschehen wird?, überlege ich. Wie lange wird es da noch stehen? Und ob wir jemals erfahren werden, was eigentlich passiert ist? Wahrscheinlich nicht. Niemand wird klingeln und die Geschichte des Nachbarn erzählen. Seine Wohnung wird einfach leer sein. Der Vermieter kann sie endlich sanieren und teuer neu vermieten. Vielleicht ja noch eine AirBnB-Bude. Das Haus wird ihn vergessen. Immerhin weiß ich jetzt seinen Vornamen. Und werde ihn auch nicht mehr vergessen.

p.s.: Grüßt mal wieder Eure NachbarInnen.


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Übrigens: Du kannst mir auch zuhören. Zum Beispiel in meinem Podcast Leitmotiv (entspannte Gespräche mit Gästinnen), oder Mit Kindern Leben (Gespräche über das Familienleben mit Patricia „dasnuf“ Cammarata). Und natürlich meinen anderen Blog „vier plus eins“ lesen.

Der Beitrag Immerhin kenne ich jetzt seinen Vornamen erschien zuerst auf Leitmedium.

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moschlar
68 days ago
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